
Wozu Knochenmark und warum typisieren?
Das Knochenmark ist der Ort der Blutbildung und somit lebensnotwendig.
Akute und chronische Leukämien (Blutkrebs) sind bösartige Erkrankungen des Knochenmarks,
die in vielen Fällen zum Tod des Patienten führen. Eine Transfusion von Knochenmark-Stammzellen
eines gesunden Spenders bedeutet für etwa zwei Drittel dieser Patienten die Möglichkeit einer Heilung.
Hierzu wird eine Knochenmark- oder Stammzelltransplantation durchgeführt, bei der das mit
Leukämiezellen durchsetzte Knochenmark des Patienten durch eine Chemotherapie oder eine
Ganzkörper-Röntgenbestrahlung weitgehend entfernt und durch gesunde Blut-Stammzellen
eines Spenders ersetzt wird. Die Stammzellen werden dem Patienten wie bei einer Bluttransfusion
übertragen. Sie übernehmen dann die Funktion des Knochenmarks und ersetzen nach und nach alle
Blutzellen des Leukämie-Patienten. Um eine Abstoßungs- oder Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion
(GvHD) zu vermeiden, müssen bei der Knochenmarktransplantation die
Gewebemerkmale (HLA) von Spender und Empfänger sehr genau übereinstimmen.
Als Knochenmark- bzw. Stammzell-Spender kommen aufgrund der Vererbungsmuster der Gewebemerkmale
in erster Linie die Geschwister in Betracht. Für Leukämie-Patienten ohne "Familienspender" kann der
behandelnde Arzt in Absprache mit dem Transplanteur die Suche nach nicht-verwandten Knochenmark-
bzw. Stammzell-Spendern veranlassen.
Für eine erfolgreiche Suche ist ein umfangreiches
Knochenmark-Spender-Register erforderlich, da unter mehreren tausend Personen immer nur sehr wenige
das erforderliche Gewebemuster des Patienten besitzen (etwa 1/ 20.000).
In der Bundesrepublik Deutschland erkranken zurzeit jährlich 4.000 Menschen an Leukämie.
Für etwa ein Drittel dieser Patienten stellt die Stammzelltransplantation aus dem Knochenmark
eines Fremdspenders die einzige Heilungsaussicht dar.
Was genau ist eine Typisierung und wie läuft sie ab?
Für die Typisierung ist nur
eine einmalige Blutentnahme nötig, die von fortgeschrittenen
Studenten der Medizin an den Aktionstagen entnommen wird. Die Blutentnahme
dauert nur wenige Minuten und die Menge des entnommenen Blutes ist sehr gering. Dann geht die
Probe ins Labor, wird auf ihre Gewebemerkmale (HLA) untersucht und in das Zentrale
Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) aufgenommen. Die Untersuchung dieser
Gewebemerkmale des Spenders nennt man Typisierung. Sollte es dann zu dem oben beschriebenen
Treffer kommen, wird der potentielle Spender kontaktiert.
Fragen?: Wir stehen an den Aktionstagen an den Infoständen für deine Fragen zur Verfügung! Schicke uns auch
gerne eine Mail: info@hamburg.uni-hilft.de
Wie kannst Du helfen??
Komm an den Aktionstagen ins Audimax und lass Dich typisieren!
Erzähl allen Deinen Freunden von der Aktion und bring sie am besten gleich mit!
Komm zu unseren Fundraising-Veranstaltungen, informiere Dich über Leukämie und lass eine kleine
Spende für das Projekt da!
Hamburg braucht Helden!
Hamburg braucht DICH!
Häufige Fragen:
Wer darf spenden?
Alle, die zwischen 18 und 55 Jahre alt sind. Der Spender darf keine Infektionskrankheiten haben,
außerdem muss er selber gesund sein (kein behandlungspflichtiger Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Krebs, etc.),
damit die Spende (und eine damit evtl. verbundene Narkose) für ihn kein Risiko darstellt.
Muss ich mich noch
einmal typisieren lassen, wenn ich schon in einem anderen Register (z.B. DKMS) eingetragen bin?
Nein! Alle Register werden weltweit zusammengeschaltet, man muss nur in einem von ihnen registriert sein
(sonst entstehen unnötige Mehrkosten und viel Verwirrung).